Samstag, 17. November 2018

Ganz schön nobel! / Dinge, die die Welt (nicht) braucht - Teil 215

Schon bei der Erfindung des Dynamits soll der Zufall seine Hände im Spiel gehabt haben - und auch die größte Lebensleistung des ALFRED NOBEL war lediglich die Reaktion auf ein Versehen:

Als der Bruder des Chemikers starb, verstand eine französische Zeitung das falsch und druckte einen Nachruf auf marchand de la mort - den Kaufmann des Todes. Diese Überschrift bezog sich auf die Annahme, Nobels Sprengmittel seien für Kriegszwecke gebraucht worden.

Tatsächlich traf das aber nur auf Ballistit zu, an dessen Entwicklung der Schwede MITgearbeitet hatte. Durch den Fehler des Journalisten wurde ihm bewusst, welch schlechten Ruf sein Wirken genoss - und sann auf Linderung.

Da Nobel bis dato kinderlos geblieben war und auch keine Nachkommen mehr erwartete, fasste er einen Entschluss, der noch mehr Sprengkraft besaß als alles, was er zuvor geschaffen hatte: Am 27. November 1895 verfügte er testamentarisch, dass sein Vermögen in eine Stiftung fließen sollte. Die anfallenden Zinsen gedachte Nobel denjenigen zu, „die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben“ - und zwar auf fünf bestimmten Gebieten.

Seinem Wunsch wurde mit Wirkung des Jahres 1900 entsprochen. 12 Monate später ging der erste, aus Stiftungsgeldern finanzierte NOBELPREIS an Wilhelm Conrad Röntgen.

Bis heute legen schwedische Institutionen fest, wer in den Bereichen Physik, Chemie, Medizin und Literatur geehrt wird. Die Entscheidung über besondere Friedens-Leistungen fällt das Norwegische Nobelpreiskomitee.