Montag, 12. August 2013

Groß - größer - Panomter

Das neue Panorama-Bild "1813 - In den Wirren der Völkerschlacht" von Yadegar Asisi


Die Völkerschlacht bei Leipzig war die größte aller bis dato stattgefundenen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den meisten gefallenen oder verwundeten Soldaten. Doch was kam danach? Was passierte unmittelbar im Anschluss an die Kapitulation und kurz vor Einmarsch der alliierten Truppen?

Die Antwort darauf gibt Yadegar Asisis neues monumentales Kunstwerk „1813“, das seit 03. August 2013 im Leipziger Panometer an der Richard-Lehmann-Straße zu bewundern ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Abbildungen des historischen Ereignisses zeigt es jedoch kein Schlachtgetümmel, sondern bildet eine Momentaufnahme des tagelangen Wahnsinns hinter den Kulissen ab. Wobei der Singular „-aufnahme“ nicht ganz zutreffend ist, denn Asisis Werk ist - nicht nur technisch bedingt - eine Montage mehrerer Einzelbilder.

Wer die in der Mitte des Gebäudes stehende Aussichtsplattform erklimmt, kommt illusorisch auf dem Dach der Thomaskirche zu stehen und hat von hier aus einen Rundumblick auf das Leipzig des frühen 19. Jahrhunderts sowie die der Stadt vorgelagerten Orte. Die Vielzahl an Szenen, die sich in den Straßen und Gassen, hinter Fenstern, unter Torbögen oder auf freiem Feld und grünen Wiesen abspielen, lässt sich am besten durch ein mitgebrachtes oder gemietetes Fernglas bestaunen.

Doch obwohl „1813“ in erster Linie ein Bild ist, bietet es nicht nur etwas für's Auge: Während die regelmäßig hereinbrechende Nacht den Blick auf das Grauen immer wieder gnädig verhüllt, scheinen sich in der Dunkelheit einzelne Geräusche zu verstärken. Plötzlich ist das Brennen der Häuser nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören; es knistert, krächzt und knackt. Nachdem Vogelgezwitscher einen neuen Morgen angekündigt hat, hallt ein Kanonenschuss durch die scheinbare Idylle und der Lärm über der Szene schwillt auf's Neue zu einem vielfältigen Gewirr aus Geschrei, Gesang, Getrappel und Gelaufe an.

Wer genau hinschaut, entdeckt zwischen Zivilisten, Soldaten, Pferden und Wagen sowohl Yadegar Asisi, den Schöpfer des Panoramabildes „1813“ als auch Sabine Ebert, die Autorin des gleichnamigen Völkerschlachtromans.