Dienstag, 9. Juni 2015

Aus gegäbenem Anlass

Längst nicht gang und gäbe: die richtige Schreibweise desselben

Nachdem ich in einem meiner Texte behauptet hatte, etwas sei "längst gang und gäbe", erfolgte ein prompter Einspruch. Nicht, weil es inhaltlich falsch war, sondern weil der Auftraggeber meinte, es müsse "gang und gebe" heißen.

Doch mit "geben" hat das "Gäbe" in der Redewendung überhaupt nichts zu tun. Es leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort "gǣbe" ab und bezeichnet etwas Gültiges, Angenehmes oder Übliches.

"Gang" hingegen ist "etwas, das umläuft". In früheren Zeiten waren damit hauptsächlich Waren oder Münzen gemeint.

Wenn eine Sache als "gang und gäbe" bezeichnet wird, ist sie also einfach nur allgemein bekannt oder vielerorts gültig. Mit anderen Worten: ein alter Hut.