Mittwoch, 2. September 2015

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Heute ist Pause von den großartigen Erfindungen der Menschheit. Statt dessen soll es zur Abwechslung mal wieder eine Erörterung zum Wortschatz geben. Also:

Woher stammt die Redewendung "einen Zahn zulegen"?



Für die Herkunft geben Sprachwissenschaftler gleich zwei Quellen an. Mit Zähnen als Teilen des Gebisses haben beide jedoch nichts zu tun:

Eine Variante beruft sich auf das gezähnte Gestänge des Geschwindigkeitshebels an Flug- und Kraftfahrzeugen, mit dessen Hilfe Piloten oder Wagenlenker an Tempo zulegen konnten. Für diese Version spricht, dass ab den 1920-er Jahren das Wort "Mordszahn" als Synonym für hohe Geschwindigkeiten aufkam.

Eine andere besagt, dass Kochkessel über mittelalterlichen Feuerstellen an Zahnhaken hingen. Setzte der Koch das Geschirr um eine oder mehrere Einbuchtungen herunter, kam es der Hitze näher und ließ den Inhalt schneller brodeln. Diese Deutung erklärt, warum statt des Zahnes gelegentlich auch "ein Zacken" zugelegt wird.