Freitag, 4. September 2015

Ganz nah dran

Der Film "Cobain: Montage of Heck" von Brett Morgen


Das also war sie - die cineastische Hommage an einen der größten (und bis dato letzten) wirklichen Rockstars. Mir ist sie als umfangreiche Ansammlung verschiedener filmischer Stilmittel mit überlautem, weitgehend chronologisch angeordnetem Soundtrack in Erinnerung geblieben.

Im Film kracht es von der ersten Sekunde des Vor- bis zur letzten Minute des Abspanns. Und von Anfang an macht Morgen deutlich, dass er nicht vorhat dem Zuschauer irgendetwas zu schenken. Schon in den ersten Sequenzen ist höchste Konzentration gefordert: es hippelt, pixelt und scheppert - um gleich darauf überraschend ruhig und beinahe quälend privat zu werden. Backstage-Aufnahmen wechseln mit Klein-Kurt-im-Kreis-der-Familie-Filmen, Graphic Novels über die nicht dokumentierte Jugendzeit, Zeichnungen, Song-Texten und Home-Videos des Ehepaars Cobain ab. Darunter, darüber und zwischendurch immer wieder Musik - meist so laut, dass eine Fokussierung auf die hektisch wechselnden Bilder schwer fällt.

Nur einmal gönnt Morgan dem Zuschauer eine wohltuende Verschnaufpause. Es ist genau die Stelle bzw. der Zeitpunkt, als Nirvana mit "Smells Like Teen Spirit" den ganz großen Durchbruch schafften. Hier zeigt der Film nichts weiter als headbangende Fans in Slow-Motion, unterlegt mit einer Violin Version des Grunge-Überhits.