Mittwoch, 7. Oktober 2015

Ein zweiter Schuss, ein weiterer Schrei

Ich freue mich festzustellen, dass meine Posts ein Echo finden. Der gestrige Beitrag belebte eine altbekannte Frage neu: Unter welchen Umständen schreibt sich der S-Laut als "ß" und wann als "ss"? Die Antwort ist seit der letzten Rechtschreibreform einfach(er) geworden:

Hinter einem Doppellaut oder einem lang zu sprechenden Vokal steht stets ein ß; hinter einem kurz gesprochenen Vokal das ss - daher hieß es gestern ganz richtig "schieß- und schusswillig".

Weil es bekanntlich keine Regel ohne Ausnahme gibt, folgt hier die unvermeidbare Verwirrung: Eigennamen und Wörter mit so genannter Auslautverhärtung sind davon ausgeschlossen. Eine Litfaßsäule bleibt trotz des kurzen "a" eine Litfaßsäule, denn sie wurde nach ihrem Erfinder Ernst Litfaß benannt. Und aus ist aus - da beißt die Maus trotz des Doppellautes keinen Faden ab.