Dienstag, 4. April 2017

Seidenweich / Dinge, die die Welt (nicht) braucht - Teil 146

Trotz zunehmender "Maschinisierung" blieben einige Güter auch im ausgehenden 19. Jahrhundert absolute Luxus-Ware. Zu einem davon gehörten Produkte aus Seide, dem feinen Spinnfaden spezieller Schmetterlings-Larven. Auf ihre Ausfuhr standen in China hohe Strafen - was die Begehrlichkeit an dem kostbaren Gewebe erst recht schürte.

Der französische Chemiker Hilaire de Chardonnet lieferte 1884 einen Ersatz-Stoff: Er verwandelte Maulbeerblätter mit Hilfe von Schwefel- und Salpetersäure in Cellulosenitrat und spann daraus den ersten KUNSTSEIDE-Faden.