Donnerstag, 26. Oktober 2017

Sieben auf einen Streich

Der Film "What Happened to Monday?" von Tommy Wirkola


Dass hochkarätige Schauspieler und eine originelle Idee noch lange keinen guten Film machen, beweist der meinerseits sehnsüchtig erwartete Streifen des Norwegers Wirkola. 

Dabei fängt das aktuelle Werk des "Hänsel & Gretel"-Regisseurs ganz gut an. Sieht man von der Unlogik einer übervölkerten Industrie-Nation ab, hat das erste Drittel durchaus Spannung: Von sieben heimlich aufgezogenen, eineiigen Schwestern darf jeweils nur eine das traute Heim verlassen, denn im filmischen Zukunftsstaat herrscht eine rigorose Ein-Kind-Politik. Dank Perücke, Make-up und (meist) konkreter Absprachen gelingt der Trug recht lange - bis die titelgebende Monday eines Tages nicht wie üblich nach Hause zurückkommt.

Von diesem Moment hat kehrt die Arbeit Wirkolas zur bekannten Hau-drauf-Action zurück. Der Plot plumpst von einem Logik- bzw. Anschluss-Loch ins nächste und scheucht die siebenfache Noomi Rapace mit viel Lärm durch eine nur mäßig ambitionierte Story.

Die unterschiedlichen Charaktere der Schwestern kommen so gut wie gar nicht bzw. ausschließlich über Äußerlichkeiten zum Tragen. Um tiefer zu gehen, ist die Laufzeit des Films zu kurz oder die Zahl der Mädchen zu hoch. Auch der gesellschaftskritische Ansatz aus den ersten Minuten bleibt schon bald auf der Strecke.

Im überlangen Finale kracht und scheppert es dafür gewaltig - und schließlich endet das Ganze mit einer recht enttäuschenden Botschaft ( die hier natürlich nicht verraten werden soll).

Aus dem Zukunfts-Gerumpel sticht lediglich die "Montag bis Sonntag"-Darstellerin Rapace positiv hervor. Leider gibt Wirkola ihr kaum Gelegenheit, schauspielerisches Können zu zeigen. Als Vierlinge oder Vierteiler hätten die verfilmten Schwestern sicher mehr überzeugen können.